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Zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt - Ansbacher Porzellan

Tannisar Agasi General der JanitscharenAnsbach - Anlässlich des 250. Geburtstags von Alexander von Humboldt (1769 – 1859) am Samstag (14. September) erinnert die Bayerische Schlösserverwaltung an sein großes Interesse für Porzellan. Als Wissenschaftler und Naturforscher ist Humboldt bekannt, auch seine Reisen und Expeditionen; indes wissen wenige, dass sich Humboldt auch mit allen Belangen des Porzellans beschäftigte. Er war gerade 22 Jahre alt, als er, zum Bergassessor ernannt, in den preußischen Staatsdienst eintrat. Zuvor hatte er sich bereits mit der Porzellanherstellung, von der Gewinnung der Rohstoffe und deren Weiterverarbeitung bis zum Brennvorgang, beschäftigt. 1792 wurde er Oberbergmeister in den Fürstentümern Ansbach und Bayreuth. Beide Fürstentümer fielen, nach der Abdankung von Markgraf Alexander, 1791 an Preußen. In Ansbach entstanden seine umfangreichen Gutachten zur Porzellanherstellung, in deren Mittelpunkt die Porzellanmanufaktur in Schloss Bruckberg steht. Um die Wirtschaftlichkeit der Betriebe in den ehemaligen Fürstentümern zu erfassen, wurde Alexander von Humboldt mit einer Studie über die Porzellanmanufaktur Ansbach beauftragt. Von 1792 bis 1795 unterzog Humboldt den Manufakturbetrieb einer kritischen Analyse. Dabei beschäftigte er sich nicht nur mit der Organisation, sondern steuerte auch Ideen für technische Verbesserungen bei, beispielsweise durch einen neuen Rundofen. Sein Augenmerk lag aber auch auf der Wirtschaftlichkeit des Betriebs. So machte er Vorschläge zum Einkauf günstigerer Rohstoffe und nahm Einfluss auf das Sortiment, wobei er den Handel mit den sogenannten „Türkenbechern“ nach Ende der Türkenkriege wieder aktivieren wollte. Ende 1792 waren 33.600 solcher Kaffeeschälchen für 7.000 Gulden bestellt worden. Vormals wurde rund die doppelte Anzahl über Wien in den Orient exportiert. Auch sollten die Becher neue Muster bekommen, da „der türkische Geschmak sich seit dem Kriege geändert, und man diesem treulich nachgeben muss“. Einige dieser „Türkenbecher“ aus der Ansbacher Porzellansammlung Bayer sind in der Gotischen Halle in der Residenz Ansbach ausgestellt. Die wenigen noch erhaltenen Stücke verraten uns heute nicht mehr, dass sie einst zu Tausenden in der Ansbacher Porzellanmanufaktur gefertigt und in die Türkei verkauft wurden.

Die Bayerische Schlösserverwaltung
Die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen ist eine der traditionsreichsten Verwaltungen des Freistaates Bayern. Als Hofverwaltung der Kurfürsten und der Könige entstanden, ist sie heute mit 45 Schlössern, Burgen und Residenzen sowie weiteren Baudenkmälern einer der größten staatlichen Museumsträger in Deutschland. Dazu kommt noch ein ganz besonderes geschichtliches Erbe: die vielen prachtvollen Hofgärten, Schlossparks, Gartenanlagen und Seen. Die einzigartigen Ensembles europäischer Architektur gepaart mit reichhaltiger künstlerischer Ausstattung ziehen jährlich über fünf Millionen Besucher aus aller Welt an.

Foto: Bayerische Schlösserverwaltung - Im Kontext der Orientmode entstanden 1767 die einzigartigen „Türckischen Figuren“ in der Ansbacher Porzellanmanufaktur

 

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